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4 Freunde machen eine Radtour: Zum Schwarzen Meer

Hallo Leute,

ich werde euch über die SCHWARZE–MEER–TOUR ein wenig am laufenden halten!
LG Manni

Es warten 1.800 km und ca. 10.000hm auf uns, geplante Abfahrt am Samstag den 15. 05. 2009 "beim Erich". Wir planen eine Reisdauer von 10 bis 12 Tagen plus zusätzlich 2 Tage für die Heimreise per Zug, wir haben ja zwei erfahrene Zugfahrer unter uns - darum der Zug!


 
Samstag TAG 1:
Abfahrt 7 Uhr beim Erich, natürlich kamen WIR zu spät, weil der Andreas um 6.35 die witzige Idee hatte die Tour doch noch von zu Hause zu starten, was sich natürlich nicht ausgehen konnte.
Endlich angekommen, waren schon scharenweise Fans da, die sich dieses Spektakel auch bei schlechtem Wetter nicht entgehen lassen wollten.
Der Hermann, Werner und Toni waren schon fahrbereit (fesch angezogen mit ihren Regenklamotten, der Werner hatte ganz trendige Überschuhe mit Uni Markt Logo, (die gibt es günstig in der Gemüseabteilung).
Die Gisi filmte noch das ganze Abschieds -Szenario, wir begleiteten sie noch bis Zell am Moos, dann überließen wir sie ihrem Schicksal……
Tagesablauf: kaum Regen nur ein Gewitter mit Hagel, haben sie aber gut überstanden, sie haben sich nach 250 km in Frohnleiten kurz vor Graz niedergelassen, 50 km weiter als geplant ( das wird ihnen schon noch vergehen, so über das Ziel hinaus zuschießen).
Morgen werden sie unser schönes Land verlassen und in den Osten eintauchen- die armen Kerle.
Sonntag Tag 2
Unsere vier Reisenden hatten heute eine schöne und vor allem eine trockene Fahrt.
Sie sind nach 225 km ohne Platten und Pannen am Plattensee angekommen und dort von tausenden Mücken empfangen worden.
Nach der angenehmen Arbeit -dem Wäsche waschen, haben sie in einer Pizzeria noch ihren Hunger gestillt und später werden sie noch ihre geschundenen Körper oder nur Teile davon verwöhnen.
Natürlich weis ich genauere Einzelheiten….. wer? was? wo? mit wem? oder was auch immer hat, aber als Vertrauensperson darf ich diese Informationen nicht veröffentlichen!! ( schade )
Morgen sollten sie vielleicht mit der Badehose fahren, der Wetterbericht kündigt 30° an.
Montag Tag 3
Die heutige Etappe ging in Baja nach 195 km zu ende.
Nicht mal 200 km gefahren! Was ist mit dehnen los, schwächeln sie schon, oder hatten sie einen Regenerationstag?
Auch sonst lassen sie es sich nicht schlecht gehen, für diese Nacht haben sie sich eine richtige Luxus Suite genommen, wahrscheinlich ist es ja auch die letzte vernünftigen Unterkunft, denn morgen Abend sind sie schon in Rumänien.
Wahrscheinlich wird sich der Werner ab da mit seinem Pfefferspray bewaffnen, um sein ganzes Hab und Gut zu verteidigen, anscheinend kann er damit jeden im Umkreis von 4 m erledigen.
Wer will es schon mit den „Banaten“ zu tun kriegen.
Spätestens jetzt werden einige froh sein, sich nicht bei diesem Trip angeschlossen zu haben, oder doch???
Dienstag Tag 4
Anscheinend haben unsere Reisenden jede Menge Zeit, denn heute haben sie die Etappe einfach halbiert, und sind nur 100 km bis Szeged gefahren. Vielleicht haben sie doch Bammel vor Rumänien?
Dafür haben sie sich heute das erste Mal ein richtiges Mittagsessen mit verlängerter Pause gegönnt.
Mit einigen Plagen haben sie es auch schon zu tun, dem Wind, der Hitze und jetzt auch noch die Gelsen, die sind letzte Nacht erbarmungslos über sie hergefallen. Bis zum Ende der Reise werden es schon noch die „zehn Plagen“ werden.
Ein weiteres Problem stellt sich durch die immer gleich bleibende Fahrtrichtung dar, das rechte Ohr bekommt schon eine bedrohliche Verfärbung (Verbrennung zweiten Grades).
Ansonsten geht es allen vieren sehr gut, der Schmäh läuft noch und Materialprobleme hatten sie auch noch keine.
Mittwoch Tag 5
KÖNIGSETAPPE - 273 km, zehn Stunden auf dem Rad, davon zwei im Regen.
Sie sind seit gestern wieder auf dem richtigen Kurs und in Deva gelandet. Der Weg dorthin führte über eine super neue Straße, da sind die Räder gelaufen – 29er Schnitt. Nur die Kanaldeckel benötigte wohl jemand dringend, die fehlten nämlich an mehreren Stellen.
Der Werner hat diesmal die Suche nach einer Herberge in die Hand genommen und prompt etwas passendes gefunden. „Venus“ nannte sich das fragwürdige Objekt, nach der Schwärmerei und Begeisterung aller vier, war das vielleicht gar keine Pension!
Großer Whirlpool- mit Telefon für Bestellungen jeglicher Art und die diversen Heftchen gleich daneben. Weiter Erlebnisse wurde verschwiegen….
Donnerstag Tag 6
Endlich ist Transsilvanien erreicht, Übernachtung heute in Hermannstadt, jetzt sind sie schon in Gegenden gekommen, wo keiner allein unterwegs sein möchte, zu viert passt es aber.
Auch die Strassen haben ihren schönen Belag verloren, manchmal nur Schotter.
Da hat es dem Werner gleich den Fotoapparat aus dem Gebäck gerüttelt, noch bevor er zurück laufen konnte hat in schon ein Lkw zergatscht.
Morgen überqueren sie die Karpaten, dann geht’s wieder flacher weiter…

"Ab jetzt geht’s richtig zur Sache den die Überquerung der Karpaten steht vor uns. Über eine unter Ceausecu für militärische Zwecke gebaute Gebirgsstraße, (Transfagarasan) fahren wir auf eine Höhe von 2045m Seehöhe vorbei an Gebirgsseen (Baleasee) und einem riesigen Stausee Richtung Pitesti.
Pitesti ist jene Stadt in der das auch bei uns bekannte rumänische Auto „Dacia“ gebaut wird."
Freitag Tag 7:
Heute gab es nur ein Thema: Die Überquerung des Passes -trotz Wintersperre Mega –Königsetappe, 160 km und 2160 Hm und Schnee, Schnee, Schnee…..
Es war der härteste Tag der ganzen Tour. Von den zwei Möglichkeiten: den Pass umfahren oder überqueren, haben sie sich wohl für die falsche, dafür aber die kürzere entschieden.
Als sie das ganze Ausmaß ihrer Entscheidung bewusst wurde, war es zu Umkehren auch zu spät.Böses ahnte ihnen schon bei der Begegnung mit einem Wanderer, der mit Steigeisen unterwegs war, aber als dann der Weg von großen Lawinen verschüttet war, hieß es Radl auf die Schulter und durch und dass öfter als einmal!
Diese Schinderei wurde natürlich bildlich festgehalten, hoffentlich hat der Hermann gefilmt.
Jedenfalls haben sie die Karpaten hinter sich gelassen und wenn sie morgen gscheit fahren ca. 240 km dann sind sie schon in Bulgarien.

"Wir sind nur mehr ca. 100km von Bukarest entfernt. Jedoch fahren wir jetzt nicht in die rumänische Hauptstadt, sondern Richtung Süden, wo wir nach ca. 200km die Donau in Richtung Bulagrien überqueren werden. Auf bulgarischer Seite der Donau erwartet uns die Großstadt Ruse."
Samstag Tag 8
Der countdown läuft- noch 3 Tage. Inzwischen haben unsere Radler fast 1600 km zurückgelegt, sie sind dem Ziel verdammt nahe, nur mehr ca. 300 km müssen sie schaffen und das durch Bulgarien.
Das peinlichste ist jetzt noch dem Hermann passiert, er hatte heute den ersten Platten der ganzen Gruppe, und das obwohl er als einziger die pannensichere Variante hatte - das hätte er aber schon ahnen können, hat ja zu Hause schon versagt das Gfraßt!!
Heute haben sie einen Ort von Rumänien durchgereist, der wirklich noch Jahrzehnte von der Zivilisation entfernt ist, dort sind die Leute noch mit Pferden unterwegs.
Da waren unsere vier mit ihren „Backeseln“ die Attraktion des Ortes, die Einwohner waren ganz wild drauf, sich mit diesen Fremdlingen fotografieren zu lassen.
Die Wege in dieser Gegend waren generell sehr steinig, das hat ihren „inzwischen sehr demolierten Hintern“ noch einiges abverlangt.
Inzwischen pflegen sie sich schon mit der Betaisodona (brauner Dreck), weniger flecken-hinterlassende Produkte sind schon aus. (Schade um die schöne Teamhose).
Das ist nur mal ein kleiner Einblick in die unschöne Seite dieses Trips, genaueres unterliegt meiner Schweigepflicht.
 

"240
km trennen uns jetzt „nur“ noch von der Schwarzmeerküste, welche wir durch tiefes bulgarisches Hinterland überwinden werden. "
Sonntag Tag 9
Die Zahl der noch zu fahrenden Kilometer ist nur mehr „zweistellig“,
nur noch 80 km bis Varna !!!!! Hurra. Jetzt sehen sie bereits traurig dem Ende der Reise entgegen, angeblich könnten sie ja noch sooo weit treten, meinen sie.
Dabei war die heutige Etappe auch wieder über 220 km, landschaftlich eine sehr schöne Gegend, aber die Häuser in schlechten Zustand. Die Nacht verbringen sie in Shumen, da haben sie erstaunlicherweise ein super Hotel gefunden.
Beim Überqueren der Grenze hatten sie Probleme mit dem Zöllner, sie haben nicht den vorgesehenen Grenzübergang gewählt, sondern wollten querfeldein nach Bulgarien, die Pässe wurden gleich beschlagnahmt und nach wilden Geschimpfe und Gebärden (nichts verstanden) hat man sie wieder in Besitz der Papiere - verjagt – wie die Nomaden.

Mit der Verpflegung klappt es Bestens, das Essen, Bier und Cola ist sehr billig. Dafür wird die Telefonrechnung immer höher, zu mindestens beim Hermann und Andreas, der Toni hat das Handy gleich zu Hause gelassen und der Werner meldet sich wie angekündigt kaum (er hat immer schlechten Empfang !!!).
Aber Gisi und ich verraten der Birgit und Hilde schon noch den Ankunftstag und EUCH auch.
Nach ca. 1.800 km haben wir unser Ziel, nämlich den Goldstrand an der Bulgarische Küste des Scharzen Meeres bei Varna erreicht.
Montag Tag 10
Die SCHWARZMEER - FLOTTE hat die Küste erreicht!
Und jetzt gibt es Probleme, in die Heimat zurück zu kommen. Am Bahnhof gab's große Schwierigkeiten mit der Verständigung (dort wird’s schon russisch) darauf sind sie unvollendeter Dinge abgezogen und haben sich am Goldstrand vergnügt. So wurden wir beauftragt von daheim eine Lösung zu finden. Die Gisi hatte natürlich die Aufgabe mit dem Zug und ich sollte einen Flieger chartern, aber wir waren auch nicht erfolgreich, sie hat keinen Schlafwagen bekommen und mein Flieger war viel zu teuer.
Aber wir möchten sie doch endlich wieder bei uns haben!!
Am Dienstag hat es mit Hilfe der Rezeptionistin doch geklappt ein Ticket zu bekommen, also steht jetzt der Heimreise nichts mehr im Wege, die Räder sind verpackt, das letzte Abendessen am Ballermann eingenommen und morgen um 9 Uhr geht es los ins schöne Heimatland.
Voraussichtlich werden sie nach einer 32 stündigen Zugfahrt, nach dreimaligem Umsteigen, am Donnerstagnachmittag um ca. 15.45 am Hauptbahnhof Oberhofen ankommen!!!!!!
 
Wer Lust und Laune hat, ist herzlich eingeladen die Heimkehrer zu empfangen
und“ don wiad beim Erich gscheit eikehrt“.
 
Herzlichen Dank unserer Manni, für deinen super Reiseberichte, der "fantastischen 4"!

 

 

 

 

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